UNSINN TIERVERSUCH / ANIMATIONSFILM (SEK I + II)

Der rund 6-minütige Animationsfilm "Unsinn Tierversuch", herausgegeben von der deutschen Organisation "Ärzte gegen Tierversuche" , zeigt auf kind- bzw. jugendgemäße Art Praktiken und Hintergründe der Tierversuchsindustrie. Während letztere stets auf den angeblichen Nutzen für den Menschen hinweist, beleuchtet der Film die tieferen Ursachen für das millionenfache Leid in Labors rund um den Globus - auch hierzulande.

Dazu zählen Konkurrenzdruck (Forschungsergebnisse werden oft nicht veröffentlicht, weil die Konkurrenz dann wissen würde, woran man gerade forscht. Aus diesem Grund werden dieselben Versuche immer wieder an unterschiedlichen Einrichtungen wiederholt.), Haftungsausschluss (Wenn ein Produkt "klinisch getestet" ist, wiegt das KonsumentInnen in Sicherheit - allerdings einer trügerischen Sicherheit: Was sich am Tier als harmlos herausstellt, kann für den Menschen fatale Folgen haben - und umgekehrt.) oder Profitstreben: Verdient doch eine ganze Industrie, samt Zulieferern und Entsorgern gut am Leid der Tiere, dazu meist noch staatlich durch immense Forschungsbeträge subventioniert.

Als Einstieg ins Thema kann man die SchülerInnen in Partnerarbeit eine Pro- & Contra-Liste zu Tierversuchen erstellen lassen. Anschließend werden an der Tafel die wichtigsten Pro- bzw. Contra-Argumente notiert. 

Animationsfilm abspielen

 

Diskutiert werden können auch folgende Zitate:

Mit vernunftlosen Tieren kann man nach Belieben schalten und walten.                                                                                                                  Immanuel Kant, dt. Philosoph, 1724 - 1804

 

Die Religion rechtfertigt nicht den Scheiterhaufen, der Vaterlandsbegriff rechtfertigt nicht den Massenmord und die Wissenschaft entsündigt nicht die Tierfolter.                                                                                                                                                                                                                              Bertha von Suttner, österr. Schriftstellerin & Pazifistin, 1843 - 1914

 

Vivisektion (Anm.:  veralteter Ausdruck für Tierversuche) ist nach meiner Auffassung das schwärzeste von allen schwarzen Verbrechen, deren sich der Mensch heute gegenüber Seiner Schöpfung schuldig macht. Lieber auf das Leben verzichten, als es mit der Qual fühlender Geschöpfe zu erkaufen. Mahatma Gandhi, 1869 - 1948, Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung

 

Obschon der Mensch in die Pflanzen- und Tierwelt eingreifen und sich ihrer bedienen kann, wenn es für sein Leben notwendig ist, lehrt der Katechismus, dass Tierversuche nur dann legitim sind, "wenn sie in vernünftigen Grenzen bleiben und dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten". Er erinnert mit Nachdruck daran, dass die menschliche Macht Grenzen hat: "Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten." Jede Nutzung und jedes Experiment "verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung".

P. Franziskus: Laudato si`, Nr. 130 (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2415 - 2418)

 

Entweder ist das Tier nicht wie wir, dann gibt es keinen Grund, das Experiment durchzuführen; oder aber das Tier ist wie wir, und in diesem Fall sollten wir mit dem Tier keinen Versuch durchführen, der uns empören würde, wenn er an einem von uns unternommen würde.       

Peter Singer, austr. Philosoph & Ethiker, *1946

 

Die absichtliche Verwandlung eines Lebewesens in ein Bündel von Leiden und stummer Verzweiflung ist ein Verbrechen. Was sollte eigentlich sonst ein Verbrechen sein?                                                                                                                                                                                  Robert Spaemann, kath. Philosoph, 1927 - 2018

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