
Tiersegnungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Gerade ein Platz in der Natur unterstreicht das Anliegen der Mitgeschöpf- lichkeit stärker als ein Kirchenraum.


Die bäuerliche Bevölkerung hat in früheren Zeiten ihren Viehbestand himmlischen Kräften anvertraut, was sich in zahlreichen Ritualen widerspiegelte. Wallfahrtsorte legen Zeugnis dafür ab, dass man GOTTES Schutz und Beistand auch den Tieren gegenüber erwartete. In katholisch geprägten Gegenden gab es eigene Viehpatrone wie Leonhard, Antonius, Pantaleon, Oswald, Hippolyt u.v.a. Diesen Heiligen zu Ehren wurden an festgesetzten Tagen Flurprozessionen oder Pferderitte durchgeführt, die mit einer Segnung endeten.
Die Achtung vor dem Tier als GOTTES Geschöpf ist in der heutigen industrialisierten Landwirtschaft weitestgehend verloren gegangen. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass eine Neubesinnung auf den gemeinsamen Ursprung von Mensch und Tier sowie die Verbindung alles Lebendigen miteinander im Gange ist. Viele Menschen setzen sich für die Erhaltung der Schöpfung ein und entwickeln ein tieferes Gespür für einen schöpfungsgemäßen Umgang mit Tieren. >>
>> Durch Tiersegnungen wird dies liturgisch zum Ausdruck gebracht. Tiersegnungen können den Wert der Schöpfung und deren Bewahrung ebenso in den Mittelpunkt stellen wie den Dank an Gott für seine Geschöpfe. Segnungen sind Rituale. Viel mehr als Sprache allein befördern sie Emotionen. In Ritualen verdichtet sich Wirklichkeit, sie be-wirken etwas. Rituale können auf das ethische Verhalten eines Menschen wesentlich größeren Einfluss ausüben als trockene Gebote oder Lehrsätze.
Tierpfarrer Franz Zeiger aus Linz (Bild oben rechts sowie unten) hat uns dankenswerterweise ein Musterbeispiel für den möglichen Ablauf einer Tiersegnung bzw. einer Pferdesegnung zur Verfügung gestellt:


ANHANG I: Segenstexte
Lebensspendender GOTT,
segne diese Tiere, denn sie kommen aus
deiner Schöpferhand und sind Zeichen, dass du "Ja" sagst zur Vielfalt
und Fülle des Lebens.
Segne diese Tiere, damit wir das Wunder des Lebens auch in ihnen erkennen.
Segne diese Tiere, damit wir sie in Ehrfurcht und liebender Sorge schützen und pflegen.
Segne diese Tiere, damit sie bei uns einen guten und artgerechten Platz bekommen.
Segne diese Tiere, denn sie spüren Angst, Trauer und Schmerzen und haben Hunger nach Liebe, nach Zärtlichkeit und Zuwendung wie wir.
Segne diese Tiere, und lass auch uns zum Segen werden für die Tiere.
Darum bitten wir im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
(Christi Potocnik)
Guter GOTT,
Du schenkst uns, was wir zum Leben brauchen. Du hast alle Tiere erschaffen. Sie sind uns Helfer und Gefährten.
Höre nun unser Gebet für unsere Freunde, die Tiere, besonders für alle Tiere,
die gejagt werden,
die vom Aussterben bedroht sind,
die sich verlaufen haben,
die hungrig und verlassen sind
und sich fürchten.
Für sie alle erbitten wir Deine Gnade
und dein Erbarmen.
Höre nun auch unser Gebet für alle Menschen, die mit ihnen umgehen:
Schenke ihnen ein mitfühlendes Herz, eine sanfte Hand und ein freundliches Wort.
Mach uns selbst zu wahren Freunden der Tiere und lass uns so teilhaben am Glück und Freude Deiner Schöpfung.
So bitten wir dich:
Erhalte und bewahre alles, was auf Erden lebt. Schütze diese Tiere vor allen Gefahren, damit der Nutzen und die Freude, die sie uns bereiten, uns zu einem Zeichen deiner Großzügigkeit und Liebe werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Allmächtiger GOTT,
der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten Deiner Geschöpfe,
der du alles, was existiert,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt,
gieße uns die Kraft deiner Liebe ein,
damit wir das Leben
und die Schönheit hüten.
Heile unser Leben,
damit wir Beschützer der Welt sind
und nicht Räuber,
damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung.
Lehre uns,
den Wert von allen Dingen zu entdecken
und voll Bewunderung zu betrachten;
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen.
Segne uns und alle uns anvertrauten Mitgeschöpfe, wie groß oder klein
sie auch sein mögen.
Begleite uns auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht. Amen
(Nach Papst Franziskus)
ANHANG II: Lieder

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