AUSMALBILD: GEBURT CHRISTI (VS)

Ochs und Esel sind fixer Bestandteil des Weihnachtsgeschehens. Dabei findet sich im Weihnachtsevangelium nach Lukas gar kein Hinweis auf einen Stall, geschweige denn auf Ochs und Esel. Lediglich von einer "Krippe" ist hier die Rede. Man muss schon weit zurückblättern in der Bibel, um auf Ochs und Esel zu stoßen, genauer gesagt zum Propheten Jesaja ins 8. Jahrhundert v. Chr.: "Der Ochse kennt seinen Besitzer /und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, / mein Volk hat keine Einsicht" (Jes 1,3). Vermutlich hat Jesaja damit Gott gemeint, den das Volk Israel noch nicht erkennt. Der Messias muss erst kommen. Auch der Prophet Sacharja kündigt etwa 500 vor Chr. einen neuen und gerechten König an. Die Menschen werden diesen König erkennen, wenn er auf einem Esel in Jerusalem einreitet. Genau das tat Jesus am Palmsonntag, kurz vor seinem Tod. Frühe Christinnen und Christen dachten sich wohl: Wenn der Esel hier eine wichtige Rolle spielt, dann muss er das bei der Geburt auch. Das Ausmalbild nimmt Bezug auf ein Motiv aus dem 19. Jahrhundert. (Siehe Illustration)

Religionsgeschichtlich weist die Anwesenheit von Tieren bei der Geburt eines Gottes noch viel weiter zurück und findet sich - so wie die Gegenwart der Hirten - bereits beim griechischen Gott Asklepios. Hirten stehen an der Grenze zwischen Kultur und Natur. Eine harmonische Gemeinschaft mit den Tieren, wie sie in der Schöpfungserzählung oder bei Jesaja (Kap. 11) vorgezeichnet ist, lebt an der Krippe von Betlehem neu auf: Der Mensch fühlt, dass  er zu seinen Ursprüngen zurückkehrt. Jesus ist gekommen, die gesamte Schöpfung zu erlösen.

 

Ausmalbild Geburt Christi
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