Ethische Normen und Weisungen finden sich in vielen Religionen, ebenso das Tötungsverbot, wie es im biblischen Dekalog formuliert wird. Die in letzter Zeit populär gewordenen "Zehn Gebote der Cree-Indianer" und die "Fünf Regeln des Buddhismus" können als Parallele herangezogen werden. Diese Weisungen werden den SchülerInnen mittels Beamer präsentiert. Deren Aufgabe ist es nun, einzelne dieser Gebote den jeweiligen Forderungen des zuvor behandelten Dekalogs zuzuordnen bzw. Unterschiede festzustellen.
Das Tötungsverbot des Dekalogs galt im Alten Israel freilich niemals uneingeschränkt - weder gegenüber dem Menschen und schon gar nicht gegenüber dem Tier. Das hebräische Verb "rasah" beschreibt wörtlich eine Gewalttat an einem wehrlosen Opfer und wurde daher oft auch mit "morden" übersetzt, was das Tötungsverbot unweigerlich auf Menschen eingrenzt. Dennoch finden wir gerade in den Schriften des Alten Testaments eine Fülle an Tierschutzbestimmungen, besonders in den "Fünf Büchern Mose":
"Wenn du siehst, wie der Esel deines Feindes unter seiner Last zusammenbricht, dann lass ihn nicht im Stich, sondern leiste ihm Hilfe!" (Ex / 2. Buch Mose 23,5)
"Du sollst nicht untätig zusehen, wie ein Esel oder ein Ochse deines Bruders auf dem Weg zusammenbricht. Du sollst dann nicht so tun, als gingen sie dich nichts an, sondern ihm helfen, sie wieder aufzurichten." (Dtn / 5. Buch Mose 22,4)
Nach dem Buch der Sprichwörter ist ein gläubiger Mensch an der Empathie für seine Tiere erkennbar: " Der Gerechte weiß, was sein Vieh braucht, / doch das Herz der Frevler ist hart." (Spr 12,10)
Der Prophet Habakuk wiederum prangert Umweltsünden sowie das Blutvergießen an Mensch und Tier in einem Atemzug an: "Denn die Gewalttat am Libanon wird dich bedecken / und die Vernichtung der Tiere wird dich tödlich erschrecken; wegen der Bluttaten am Menschen und wegen der Gewalttaten an Land, / Stadt und all ihren Bewohnern." (Hab 2,17)


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